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Rezension v. Franco Bezzola

ISBN: 3-89670-345-5
Euro 16.95/SFr. 30.--


Publikation

Soziokulturelle Animation beobachtet
ein systemtheoretischer Beitrag zur Freizeitpädagogik

von Michel Voisard;
mit Vorworten von Gregor Husi und Martin Hafen

Seit einigen Jahrzehnten verfügen mehr Menschen als je zuvor über viel Freizeit. Parallel zu dieser Entwicklung haben sich neue Disziplinen in der Sozialen Arbeit durchgesetzt; in der Schweiz die Soziokulturelle Animation, und mit ihr eng verwandt, in Deutschland und in Österreich die Freizeitpädagogik.

Dieses Buch analysiert die Soziokulturelle Animation anhand der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Bestehende Selbstbeschreibungen werden hinterfragt und Widersprüche bei den Interventionsmethoden offengelegt, die mit den Prämissen der Systemtheorie unverträglich sind. Daraus resultiert eine eigentliche systemtheoretische Reformulierung, welche die Möglichkeiten und Grenzen der Soziokulturellen Animation aufzeigt und ihr genaue gesellschaftliche Funktionen zuweist. Solche Grundlagen sind für im Freizeitbereich tätige Berufsleute unverzichtbar, denn sie ermöglichen die notwendige Reflexion aus einer gesamtgesellschaftlichen Optik. So können beispielsweise nötige effizientere Arbeitsweisen umgesetzt und wichtige Massnahmen fortgesetzt werden, mit dem Ziel durch Förderung von Zusammengehörigkeit, Vielfalt und Ausdruck sowie Selbstverantwortung demokratische Strukturen zu stärken.

Durch eine sorgfältige Erläuterung der wesentlichen Begriffe, rund 30 Abbildungen, Praxis- bzw. Exkursfenster und anhand eines ausführlichen Praxisbeispiels wird die Systemtheorie verständlich dargestellt. Dementsprechend können auch Nicht-Systemtheoretiker dem Exkurs gut folgen und erhalten zugleich eine an der Praxis orientierte Einführung in die Theorie von Niklas Luhmann.


„Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.“ – Dieses gerne bemühte Bonmot von Kant findet in der Arbeit von Michel Voisard eine schöne Bestätigung. Der Autor hat die Mühe nicht gescheut, sich in eine Theorie einzuarbeiten, die der Komplexität eines Praxisfeldes wie der Soziokulturellen Animation angemessen ist, und es ist ihm gut gelungen, die komplexen Argumentationslinien der Theorie so darzustellen, dass sie auch für Leser und Leserinnen von Nutzen sind, für die der Umgang mit komplexen wissenschaftlichen Theorien ungewohnt ist. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass sich die Fachwelt durch diese – meines Wissens erste – systemtheoretische Beschreibung der Soziokulturellen Animation inspirieren lässt und mit weiteren Versuchen anschliesst, die theoretische Fundierung der Disziplin zu verbessern.

Martin Hafen, Mai 2005


Eine präzise Verortung der soziokulturellen Animation aus (systemtheoretisch-) ge-sellschaftlicher Sicht ist zweifelsohne der Erfolg dieser Arbeit. Darüber hinaus wer-den aber auch „große“ Aussagen, wie Demokratie- und Partizipationsförderung von moralischen Implikationen befreit und auf ein stichhaltiges, theoretisches Fundament gestellt. Längst als selbstverständlich gehandelte Grundsätze werden hinterfragt, ohne dabei aber Leerstellen zu hinterlassen.
vollständige Rezension

Franco Bezzola, November 2005